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Vernetzungs-Workshop: Nachhaltiges Bauen – (k)ein Thema für Wasserinfrastrukturen?

Am 14. März 2019 fand an der Hochschule Karlsruhe ein Workshop zum Thema „Nachhaltiges Bauen von Wasserinfrastrukturen” statt.
Vernetzungs-Workshop zum Nachhaltigen Bauen von Wasserinfrastrukturen

Nachhaltiges Handeln als zentrales Leitbild für die Zukunft bedeutet ökologische, ökonomische und soziale Gesichtspunkte gleichberechtigt zu berücksichtigen, um nachfolgenden Generationen eine in­takte Umwelt und gleiche Lebenschancen zu hinterlassen. Dies zieht sich von der europäischen Nach­haltigkeitsstrategie über die nationale Konkretisierung in die verschiedenen Bereiche unserer Tätig­keiten. Das Bauwesen hat dahingehend einen starken Einfluss und kann auf Grund der benötigten ma­teriellen und monetären Ressourcen in Verbindung mit den entstehenden Umweltwirkungen einen großen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten.

Der Begriff „Nachhaltiges Bauen” wird dabei meist auf den Hochbau bezogen. Für Gebäude gibt es auch entsprechende Zertifizierungssysteme. Im Bereich der Infrastrukturen und des Tiefbaus ist das Leitbild der Nachhaltigkeit ebenso präsent. Es gibt allerdings kein übergreifendes Bewertungs- und Zertifizierungssystem, um die Nach­haltigkeit von Maßnahmen und den dazugehörigen Bauwerken zu ermitteln.

In der Schweiz wurde mit der SIA 112/2 im Jahr 2016 eine Richtlinie für das nachhaltige Bauen im Bereich Tiefbau und Infrastruktur geschaffen. In Deutschland gibt es bisher jedoch keine entsprechende Richtlinie.

Vor diesem Hintergrund veranstaltete die KIT-Geschäftsstelle des Netzwerks Wasserforschung Baden-Württemberg mit wissenschaftlicher Unterstützung von Prof. Elke Petersson und Dr. Sonja Cypra (Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft) einen Tagesworkshop. Ziel war es, Forschungsfragen und Kooperationsmöglichkeiten in diesem Bereich für den Wassersektor zu identifizieren und erste Arbeitsschritte für deren Bearbeitung zu vereinbaren. In diesem Rahmen fand ein Impulsvortrag in Form eines projektbezogenen Erfahrungsberichts aus der Schweiz zur Anwendung der SIA 112/2 statt. Daran anknüpfend wurden in Form eines Open Space relevante Fragestellungen gesammelt. Eine Auswahl davon wurde am Nachmittag in Gruppenworkshops vertieft und in Richtung Forschungsprojekte konkretisiert.

 

Bildnachweis: Staumauer der Schwarzenbachtalperre, Schleusenanlage Neckarsteinach, Nachklärbecken der Kläranlage Mannheim, Mischwasserüberlaufbecken der Kläranlage Neureut, Sanierung einer Kanalisation (von links nach rechts).